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Pater Johannes Maria Haw
*1871 +1949

Gründer des Johannesbundes Leutesdorf 

Gründer der Ordensgemeinschaften
der Johannesschwestern von Maria Königin
und der Missionare vom heiligen Johannes dem Täufer

 

Johannes Haw wurde am 26. Mai 1871 in Schweich an der Mosel geboren. Die Vorfahren väterlicherseits stammten aus Bekond, wo der heutige "Brunnenhof" noch die Erinnerung wachhält an den ehemaligen "Gasthof Haw". Seine Mutter war eine geborene Hoff aus Schweich. Johannes, das zweite von acht Kindern, war nicht wie seine Eltern und viele Schweicher zum Bauern und Winzer geschaffen, sondern er wählte das Theologiestudium, weil er sich schon früh von Gott zum Priesterdienst berufen fühlte. Am 30. März 1895 wurde er im Trierer Dom durch Bischof Michael Felix Korum zum Priester geweiht.

 

Nach kurzer Tätigkeit als Kaplan in der Pfarrei Liebfrauen in Koblenz war er als Pfarrvikar in Holz/Saar und dann als Pfarrer in Wintersdorf an der Sauer tätig. In Wintersdorf legt die von ihm erbaute, jetzt renovierte Pfarrkirche ein sichtbares Zeugnis von seinem Einsatz für die Pfarrei ab. Unter den Bergleuten in Holz lernte Pfarrer Haw die Not der Familien kennen, die die Abhängigkeit vom Alkohol mit sich brachte. Diese Eindrücke und Erfahrungen bestimmten seinen weiteren Lebensweg.

Er setzte nun seine ganze Kraft und Begabung ein, für die Mäßigkeit und für die Enthaltung von alkoholischen Getränken, vor allem vom Schnaps, zu werben. So wurde Johannes Haw mit vielen Mitstreitern zu einem der führenden Köpfe in der Antialkohol-und Mäßigkeitsbewegung in Deutschland. Der Bischof ernannte ihn zum Bistumsbeauftragten des Mäßigkeitsbundes mit der Geschäftsstelle in Trier. Kurz danach wurde Johannes Haw der Leiter dieser Bewegung für ganz Deutschland. Sein besonderes Anliegen war, daß die von der Alkoholabhängigkeit betroffenen Menschen nicht nur eine fachliche Beratung, Begleitung und Aufklärung bekamen, sondern auch eine Stütze im Glauben erfuhren.

Um für dieses Anliegen eines echten Seelsorgers frei zu sein, löste er sich allmählich aus den verschiedenen Verantwortungen in den Vereinen der Antialkoholbewegung und verwirklichte sein Konzept in der Gründung des "Johannesbundes", einer neuen "geistlichen Vereinigung". Am 15. Oktober 1919 schlossen sich in Leutesdorf die ersten Mitglieder aus der Mäßigkeitsbewegung und dem "Kreuzbündnis" zu dieser neuen Vereinigung zusammen. Johannes Haw hatte sich schon 1912 in Leutesdorf niedergelassen und dort ein Haus für Gruppen von Alkoholabhängigen und -gefährdeten erworben. Diesen Gruppen gab er zum ersten Mal Exerzitien ("Geistliche Übungen"). Die Menschen sollten auch eine Stütze im Glauben haben, um der Abhängigkeit und der Neigung zum Alkohol widerstehen zu können.

Aus dieser ersten Vereinigung wuchsen zwei Ordensgemeinschaften hervor, die heute noch die Kerngemeinschaften des Johannesbundes bilden: die Ordensgemeinschaft der Johannesschwestern von Maria Königin und die Gemeinschaft der Missionare vom heiligen Johannes dem Täufer. Beide haben ihren Sitz in Leutesdorf und arbeiten in der Betreuung von Wohnungslosen (Obdachlose und entlassene Strafgefangene), in Altenheimen, in Sozialdiensten, in der Glaubensverkündigung vor allem mit Zeit- schriften und mit Kleinschriften, die durch die "Katholische Schriften-Mission" in Leutesdorf in ganz Deutschland große Verbreitung finden.

Ein besonderes Anliegen Pater Haws war es, viele überzeugte Christen zur Mitarbeit bei der Verbreitung der frohen Botschaft Jesu zu finden.
Am 28. Oktober 1949 ist Pater Johannes Maria Haw in Leutesdorf gestorben und liegt dort in einer Gruft der Ölbergskapelle gegenüber der Wallfahrtskirche Heiligkreuz begraben. Inzwischen haben die Ordensgemeinschaften und der Johannesbund ihre Tätigkeit über Deutschland hinaus ausgedehnt. Sie leben und wirken in Portugal, in Mosambik (Ostafrika) und vor allem in Indien.

So bewegt bis heute dieser von Gottes Liebe getragene Priester und Mensch viele Menschen, in seinem Sinn in der Kirche einem Dienst zu übernehmen und für die Armen, die suchenden und gefährdeten Menschen unserer Tage dazusein. Sein besonderes Vorbild war Johannes der Täufer, dessen ganzes Leben darauf eingestellt war, Christus die Wege zubereiten. Darum gab er seinen Gemeinschaften auch den Vorläufer des Herrn zum besonderen Patron. Was Pater Haw vor allem auszeichnete, war ein großes Gottvertrauen. Viele Beispiele gibt es dafür in seinem Leben. Deswegen verehren ihn alle, die ihn gut kannten. Ihnen ist er ein leuchtendes Vorbild geworden. Die Welt und die Kirche heute brauchen solche Beispiele des Glaubens an Gott und der Liebe zu den Menschen. Um das bekannt zu machen, ist der Prozeß der Seligsprechung dieses Priesters aus Schweich und des Gründers von Ordensgemeinschaften, die inzwischen in mehreren Ländern der Erde tätig sind, begonnen worden.